Innenaufnahmen: Problem Motivkontrast

Jeder fotografierende Makler kennt das Problem: Innenaufnahmen mit Blick zum Fenster (“Ausblick in den Garten”) leiden unter dem hohen Motivkontrast!

Die Lichtsituation im Raum und vor den Fenstern ist die Ursache: Draußen in der Sonne würde die Kamera (egal in welcher Automatik) den Sensor mit z.B. Blende 8 und einer 500stel Sekunde belichten. Im Raum herrscht dagegen “Lichtmangel” und die Kamera würde die Blende weit öffnen bzw. die Verschlusszeit deutlich verlängern um das Bild korrekt zu belichten..

Diesen Motivkontrast kann kein Film, kein Sensor, keine DSLR und auch keine Kompaktkamera befriedigend verarbeiten.

Mit diesem Grundlagenwissen und dem Verständnis für physikalische Zusammenhänge liegt es am Fotografen, mit Hilfe seiner Kamera doch einigermaßen befriedigende Ergebnisse zu erzielen.

“Kontrastausgleich” heisst das Zauberwort, mit der eine DSLR dem Problem zuleibe rückt. Aktives D-Lighting nennt sich das Instrument z.B. bei NIKON, mit dessen Hilfe die ansonsten lineare Belichtung je nach Helligkeit differenziert verarbeitet. Vereinfacht ausgedrückt wird das Bild etwas unterbelichtet, die dunklen Bildzonen gleichzeitig entsprechend aufgehellt.

Bild: CKI Christian Kortenbrede Immobilien

Auch in digitalen Kompaktkameras finden sich entsprechende Einrichtungen.
Komfortabel macht das z.B. die CANON PowerShot S100 (und ihre Nachfolger):

Möglichkeit 1
In der Funktion “Kontrastkorrektur” (<FUNC SET>) kann die Kamera so eingestellt werden, dass sie überbelichtete Bereiche korrigiert (AUTO, 200%, 400%). In diesem Menüpunkt kann gleichfalls die Schattenkorrektur eingestellt werden.

Die lichttechnisch perfekte Lösung dagegen ist der logische Weg: Es müssen zwei identische Bilder mit unterschiedlicher Belichtung erzeugt werden, die in der Kamera oder der Nachbearbeitung zu einem Bild verschmolzen werden. Bedingung ist natürlich, dass die Kamera dabei fixiert wird.

Möglichkeit 2
Mit dem Programmwahlrad an der Oberseite kann direkt die Option “HDR – Dynamic Range” ausgewählt werden. Hier werden tatsächlich in schneller Reihenfolge drei Bilder belichtet – mit unterschiedlicher Belichtung. Kameraintern erfolgt sofort die Verarbeitung der Aufnahmen.

Wichtig im zweiten Fall ist die Fixierung der Kamera (Stativ, auflegen auf Tisch oder an Türrahmen)

Im Ergebnis funktionieren beide Methoden.

Nur eines nicht vergessen: Die Kamera wieder in die normalen Einstellungen zurückversetzen.

Michael Kurz
April 2014

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