Wo Licht ist, ist auch Schatten

Wahrnehmung von Licht:
Wenn wir „Licht sehen“ – was sehen wir tatsächlich?
Sehen wir Licht?
In diesem kleinen Exkurs für Fotografinnen und Fotografen möchte ich versuchen, das Verständnis für ein wesentliches Element in der Fotografie zu wecken oder auch nur neu zu beleben.

Schließen Sie die Augen, was sehen Sie? Relativ wenig, nehme ich an. Dem Sensor in der Kamera geht es ebenso – ohne Licht ist es unmöglich, ein Bild zu erzeugen.

Und wenn wir (mit Hilfe des Lichts) sehen können, was sehen wir? Blicken Sie in die Sonne, in den Reflektor einer Taschenlampe, auf den gleissend hellen Glühfaden einer konventionellen Glühbirne – zumindest unangenehm, oder?

Wenn Ihnen das auf der Autobahn passiert, sind sie mit großer Wahrscheinlichkeit als Geisterfahrer unterwegs.

Bis auf wenige Ausnahmen fotografieren wir keine “aktiven” Lichtquellen:

  • Sonnenauf-/untergänge
  • Nachtaufnahmen
  • Rummelplätze
Das, was wir sehen – oder auf “den Kamerasensor bannen” sind Körper, die mehr oder weniger Licht reflektieren. Je nach vorhandener Lichtintensität und Lichtrichtung.
Hier einige Beispiele:
Stark vereinfacht können wir differenzieren und ein bißchen Ordnung in den “Lichtschrank” mit seinen Schubladen bringen:
  1. Größe der Lichtquelle
    Natürliche Lichtquelle ist die Sonne, absolut betrachtet in unermesslichen Dimensionen – also eigentlich riesig groß. Durch die Entfernung zur Erde wird sie zur punktförmigen Lichtquelle. Punktförmige Lichtquellen bewirken eine harte, kontrastreiche Ausleuchtung und verursachen extreme Schattenbildungen.

    Gleichzeitig wird die Sonne hinter bedecktem Himmel zur fast unendlich großen Lichtquelle. Eine großflächige Lichtquelle produziert sogenanntes Streulicht (durch Diffusion oder Reflexion verursacht). Streulicht produziert kaum Schatten,  Aufnahmen werden kontrastarm, Farben werden entsättigt.

  2. Einfallsrichtung des Lichts
    Aus Sicht des Fotografen bzw. der Kamera kann das Licht aus mehreren Richtungen auf das Motiv fallen. Je kleiner die Lichtquelle ist, um so mehr werden die Licht- /Schatteneffekte verstärkt.
Die Einfallsrichtung des Lichts entscheidet über die Motivreflexion:

Frontallicht

  • Schatten laufen von der Kamera weg
  • Schatten sind mit zunehmender Höhe der Lichtquelle kürzer
  • Schatten sind z.Teil nicht sichtbar, deshalb nicht bildwirksam
  • Trotz deutlicher Ausleuchtung keine räumliche Tiefe
  • Im Fernbereich können detailreiche Strukturen erfasst werden
  • Geeignet für Aufnahmen mit informellem Charakter
  • Im Nahbereich für sachliche Aufnahmen geeignet (Bauwerke, Denkmäler, Tiere- und Personenaufnahmen)
  • Farben werden unverfälscht und kräftig reflektiert
  • Steillicht ist für Portraits nicht geeignet
Seitenlicht
  • Kommt von links, rechts, oben oder unten
  • Moduliert durch Schattenbildung am stärksten
  • Motivkontrast ist groß
  • Feine Details werden durch Abschattung verborgen
  • Beliebtes Licht für Personenaufnahmen (Akt- / Beauty- / Portraitlicht)
  • Schatten im Nahbereich werden extrem bildwirksam
Gegenlicht

  • Licht strahlt dem Objektiv der Kamera entgegen
  • Lichtsäume umgeben Objekte, wirkungsvoll besonders vor dunklem Hintergrund
  • Verleiht dem Motiv Kontrast und Leuchtkraft
  • Teiltransparente Objekte werden durchleuchtet
  • Landschaftsaufnahmen erhalten Struktur und Gliederung
  • Wolkenformationen erstrahlen in der Sonne
  • Schnee- / Wasserflächen gewinnen volle Leuchtkraft
  • Reizvolles Licht für Portrait- / Personenfotografie
  • Bewegtes Wasser wird lebendig
  • Im Nahbereich nur für teiltransparente Objekte
  • Motivkontrast muss durch Belichtungskorrektur bewältigt werden
  • Gefahr, dass Lichtstrahlen auf das Objektiv fallen

Fortsetzung folgt

Michael Kurz
26.6.2012

ImmoWorkshop – Professionelle Objektfotografie

Hervorgehoben

Seminarangebot

Fotos spielen in der Immobilienberatung eine wichtige Rolle. Fotos sind nicht nur das erste, was ein Käufer oder Mieter von einer Immobilie sieht. Auch Verkäufer und Vermieter suchen sich Makler aus, die ihr Objekt möglichst professionell vermarkten.

Hochwertige, aussagekräftige Fotos sind ein Muss für die Immobilienberatung und werten Exposés, Web-Seiten und Anzeigen auf.

Doch nicht jedes Objekt bietet – sei es innen oder außen – ideale Rahmenbedingungen für perfekte Fotos. Hier ist Kreativität gefragt, aber auch handwerkliches Können beim Umgang mit der Digitalkamera und der Beleuchtungssituation.

Als erfahrener Makler, versierter Fotograf und Dozent an der Volkshochschule biete ich ein Alleinstellungsmerkmal und damit ideale, bedarfsgerechte Voraussetzungen für praxisnahe Workshops in der Objektfotografie.

In nur einem Tag erfahren Sie, Ihr Vertriebsteam oder ihre Seminarkunden kompakt die wesentlichen Regeln der Immobilienfotografie. Ausgerüstet mit der eigenen Digitalkamera und unterstützt durch die Tipps und Tricks des Experten werden Innen- und Außenaufnahmen geübt.

Fotografiert wird in und um die Räumlichkeiten des jeweiligen Seminargebäudes. Wenn Sie oder Ihre Kunden die Möglichkeit nutzen möchten, mit eigenen Bestandsobjekten zu trainieren, biete ich selbstverständlich die Möglichkeit von Inhouse-Veranstaltungen vor Ort.

PDF-Dokument:
Seminarbeschreibung

Ich bin überzeugt, dass meines ImmoWorkshop “Professionelle Objektfotografie” auf das große Interesse von Ihnen oder Ihren Kunden stösst. Im Sommer 2011 waren die fünf geplanten Veranstaltungstermine an der baden-württembergischen Sparkassenakademie nicht nur sehr schnell ausgebucht, sie wurden noch im zweiten Halbjahr durch Inhouse-Seminare bei etlichen Sparkassen bzw. deren Immobiliengesellschaften und der Landesbausparkasse Baden-Württemberg ergänzt.

Einen Seminartag in 2012 kalkuliere ich mit einem Pauschalhonorar von 900 Euro netto. Damit ist die Kalkulation auch für Inhouse-Seminare bei kleineren Vertriebseinheiten darstellbar. Gerade bei diesen Seminaren habe ich bislang die besten Erfahrungen gemacht. Hinzu kommt lediglich der übliche Reisekostenersatz. Die Druckerstellung der Teilnehmerunterlagen kann ich ggf. übernehmen, die Kosten dafür sind im Pauschal-honorar nicht enthalten.

Über eine Zusammenarbeit mit Ihnen würde ich mich freuen.

Retusche in der Bildbearbeitung

Originalbild (zur Vergößerung anklicken)

Die Entfernung störender Bildelemente mit preiswerten, einfachen aber sehr leistungs-fähigen Bildbearbeitungsprogrammen wie z.B. Adobe Photoshop Elements ist problemlos möglich.

Das abgebildete Bearbeitungsbeispiel (schon bei der Aufnahme wurde der Straßenbereich im Vordergrund beschnitten) zeigt, wie einfach die Entfernung von Beschilderungen, Lichtmasten, etc. ist.

Bearbeitungsergebnis (zur Vergrößerung anklicken)

Ziel war hier allerdings die Ansicht mit dem Auge des bildschaffenden Fotografen, weniger die technisch optimale Reproduktion der realen Aussenansicht.

Aus Marketinggesichtspunkten gilt auch hier: Glaube keinem Bild!

Michael Kurz
3.6.2012