Mehr vom Motiv fotografieren

Ultraweitwinkelobjektive für digitale Spiegelreflexkameras

Quelle:
http://www.chip.de/artikel/Nikon-Weitwinkel-Zoom-Ultra-Weitwinkel-Objektive-fuer-Nikon-DSLR-im-Test_56337871.html

Auszug:
Von einem Ultra-Weitwinkel-Objektiv profitieren Sie gleich doppelt: Erstens bekommen Sie einfach mehr aufs Bild. Und zweitens glänzen solche Aufnahmen mit einer enorm großen Schärfentiefe. Wir haben die besten Weitwinkel-Objektive für Nikon-DSLRs im Test.

(Anmerkung: Auf der gleichen Seite finden Sie die Tests für CANON-Kameras)

Das Ultra-Weitwinkel-Zoom hilft, einen wirklich breiten Bildausschnitt aufs Foto zu bekommen. Damit sind Sie für Fototouren in den Metropolen bestens gerüstet, Hochhäuser ragen nicht länger aus dem Bild heraus.

Dazu gleich ein Praxis-Tipp:
Neigen Sie die Kamera in Richtung Hochhausspitze und Himmel, kippen die aufsteigenden Linien und scheinen nach hinten abzufallen. Um dieses Perspektivproblem zu vermeiden, sollten Sie die Kamera parallel zur Gebäudefront ausrichten.

Enorm kurze Brennweite möglich
Die Brennweite eines Ultra-Weitwinkels kann bereits bei 12 Millimeter starten (entsprechend Kleinbild) und reicht maximal bis 36 Millimeter. Anders ausgedrückt: Der Bildausschnitt, den Sie mit einem Ultra-Weitwinkel bekommen, endet in etwa dort, wo die Brennweite von Standard-Zoom- oder Reise-Zoom-Objektiven beginnt.

Einen spannenden Bildeffekt erzielen Sie, wenn Sie mit dem Weitwinkel nah an Ihr Motiv herangehen. Das verändert die Perspektive, sodass alles, was nah vor der Linse passiert, übermäßig groß erscheint. Achten Sie dabei auf führende Linien oder Gegenstände im Bild, die Tiefe und einen dreidimensionalen Effekt bringen.

Quelle: www.chip.de

Darüber hinaus profitieren Sie bei der weitwinkligen Brennweite von einer großen Schärfentiefe. Es gilt: Je kürzer die Brennweite, desto weiter fällt der Schärfebereich im Foto aus.

Michael Kurz
im April 2013

Tipps für bessere Immobilienfotos

Hervorgehoben

Auf das Licht kommt es an
Achten Sie auf das Wetter und denken Sie immer daran, dass das fotografierte Immobilienobjekt beim Interessenten einen positiven Gesamteindruck hinterlassen soll.
Ein wolkenverhangener Himmel, strömender Regen oder eine mit Schnee bedeckte Terrasse trüben diesen Eindruck etwas und die Aufnahme sollte zu einem anderen Zeitpunkt gemacht werden.

Gegenlicht (links) und Seitenlicht (rechts)

Die beste Zeit für Immobilienaufnahmen ist vom Sonnenstand abhängig.
Steht die Sonne zu tief, fällt das Sonnenlicht bei Innenaufnahmen zu flach durch die Raumöffnungen und es kann zu überstrahlten Fenstern kommen.

Schalten Sie auch tagsüber alle Lampen im Objekt an. Auf frontales Blitzlicht dagegen sollten Sie möglichst verzichten (s.u.).

Vermeiden Sie zu dunkle Fotos. In der Produktfotografie verhindern unterbelichtete Fotos einen positiven Gesamteindruck.

Um die richtige Belichtung zu finden, richten Sie die Kamera auf einen Punkt im Raum mit mittlerer Helligkeit und speichern diese Belichtungswerte. Wollen Sie die Aussicht mit auf dem Bild haben, richten Sie sich bei der Belichtung am besten nach den Fenstern. In der Nachbereitung müssen Sie diese dann isolieren und den Raum nachträglich aufhellen.

Vermeiden Sie die Verwendung von Blitzlicht
Geblitzte Fotos sehen immer etwas unansehnlich aus. Der Vordergrund ist durch den Blitz überstrahlt, während weiter entfernte Bereiche immer mehr in der Dunkelheit verschwinden.

Durch frontales Blitzlicht kommt es zu unerwünschte Reflexionen von glänzenden Oberflächen. Verwenden Sie besser das schon vorhandene Licht, das lässt die Aufnahmen viel natürlicher wirken. Öffnen Sie vor der Aufnahme alle Vorhänge und Jalousien, schalten Sie alle vorhandenen Beleuchtungen ein.

Innenaufnahmen – fotografieren Sie den Raum, nicht den Inhalt
Niemand hat eine Vorstellung vom Raum, wenn nur eine Wand auf dem Foto sichtbar ist. Versuchen Sie immer zwei oder besser drei Wände auf dem Foto unterzubringen. Wichtig für den Raumeindruck sind auch Raumöffnungen wie Türen und Fenster oder architektonische Besonderheiten.

Foto: Roland Waidmann

 

Viele Immobilienfotos im Internet haben Gegenstände als Hauptmotiv, welche bei einer Übergabe an den neuen Besitzer/Mieter gar nicht mehr vorhanden sein oder gleich nach Einzug entsorgt werden: ein schöner Schrank, die Leder-Sitzgruppe u.a..

Der Interessent will aber nur nur über die Beschaffenheit des Raumes etwas wissen, wie die Gesamtarchitektur des Objektes angelegt ist. Er will z.B. wissen, in welchem Licht erstrahlt das Esszimmer, in dem er morgens sein Frühstück einnehmen wird oder könnte er sich in seinem zukünftigen Arbeitszimmer beengt vorkommen?

Konzentrieren Sie sich bei Ihren Aufnahmen auf die Architektur und lassen Sie sich nicht vom Inhalt ablenken! Machen Sie sich darüber Gedanken, welcher Bildausschnitt einem Interessenten am ehesten ansprechen könnte.

Wenn Sie aus der Zimmerecke fotografieren, wirkt der Raum größer.

Im Bad geht es eng zu, oft liegen Waschtisch, Dusche oder Badewanne direkt hinter der geöffneten Tür. Dann hilft es nur, die Türe auszuhängen.

Wenn die Türe stört wird sie ausgehängt (Foto: Roland Waidmann)

Außenaufnahmen – bei Häusern die wichtigsten
Die Außenaufnahmen bei Einfamilienhäusern gehören zu den Fotos, welche den Betrachter auch emotional ansprechen.

Fotografieren Sie die Garten-/Terrassen-/Balkonmöbel samt Kissen und Tischdecke. Lassen Sie auch den Sonnenschirm oder die Markise aufgespannt. Gartenschläuche, Gießkannen und andere Geräte hingegen haben auf dem Foto nichts zu suchen.

Hecken und Rasen sollten für die Verkaufspräsentation perfekt getrimmt sein.

Die Kameraausrüstung
Verwenden Sie eine hochwertige Kamera. Eine Digitalkamera besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten, welche ein gutes Bild ausmachen:

  • das Objektiv,
  • der Bildsensor und
  • die Elektronik.

Nur wenn diese Teile perfekt miteinander zusammenarbeiten und von hoher Qualität sind, erhalten Sie Fotos, welche auch für den Betrachter ansprechend sind.

Vergessen Sie die Bewerbung von hoher Megapixel-Anzahl, viel wichtiger ist die Größe des Bildsensors. Je größer der Bildsensor, desto mehr Licht kann dieser einfangen. Ein großer Sensor kann besser mit einer schlechten Beleuchtung (der Normalfall in Innenräumen) umgehen und auch das Bildrauschen ist weniger stark.

Verwenden Sie eine Kamera mit lichtstarkem Weitwinkel-Objektiv
Kommt Ihnen diese Situation bekannt vor? Sie versuchen einen kleinen Raum zu fotografieren, doch wie Sie es auch drehen und wenden, Sie bekommen nur das Fenster oder eine Raumecke in das Bild. Für den Immobilieninteressenten ist so eine Aufnahme wertlos, er kann aufgrund dieses Fotos kein Raumgefühl entwickeln. Wahrscheinlich wendet er sich einem anderen Angebot zu, welches ein besseres Raumgefühl vermittelt, denn er will Zeit bei der Besichtigung von Immobilien sparen.

Mit einem Weitwinkel-Objektiv erhalten Sie einen viel größeren Bildwinkel.

Vertikale Linien müssen parallel sein
Wenn die Kamera nicht genau gerade gehalten wird entstehen stürzende Linien. So bezeichnet man senkrechte Innen-/Außenkanten, welche auf dem Foto aussehen als würden Sie nach oben oder nach unten hin zusammen laufen. Der Betrachter des Fotos merkt unbewusst, dass etwas an der Aufnahme nicht stimmen kann und wird von der eigentlichen Bildaussage abgelenkt.

Halten Sie die Kamera waagrecht
Sie kennen sicher diesen Effekt: der See, der rechts aus dem Bild ausläuft. Die Kamera wurde nicht horizontal waagrecht gehalten, und die Aufmerksamkeit des Betrachters wird nur noch auf diesen Aufnahmefehler gelenkt. Vermeiden lässt sich dieser Fehler durch durch die Einblendung von Gitterlinien auf dem Display der Kamera.

Bei zentralen Perspektiven müssen Sie die Kamera exakt waagrecht halten. Orientieren Sie sich dabei an waagrechten Linien (Möbelkanten, Fliesenfugen, etc.)

Achten Sie auf die richtigen Farben
Der automatische Weißabgleich der meisten Kameras arbeitet ganz ordentlich und sorgt dafür, dass ein weißes Blatt Papier auch auf dem Foto weiß bleibt. Egal, ob die Lichtquelle von Leuchtstoffröhren, Glühlampen oder von einem strahlendem Himmel kommt.

Problematisches Mischlicht für den Weissabgleich der Kamera (Foto: Roland Waidmann)

Schwierig wird es für die Kamera erst, wenn unterschiedliche Beleuchtungsarten in einem Foto vorkommen, z.B. Tageslicht aus dem Fenster bei gleichzeitigem Glühlampenlicht aus der Deckenlampe. In solchen Situationen kommt es leicht zu Farbverschiebungen, welche nur manuell ausgeglichen werden können. Kontrollieren Sie daher vor der Aufnahme im Display, ob die Farben stimmig sind und ändern Sie den Weißabgleich.

Achten Sie auf vom Inhalt ablenkende Details
Am Anfang des Shootings für den Hausverkauf steht die Aufräumarbeit. Auch wenn Sie meinen, der Zeitungsstapel auf dem Couchtisch strahle Gemütlichkeit aus: Weg damit! Nichts sollte beim Fotografieren herumliegen.
Keine Fernbedienung, keine Arzneischachtel oder CD-Hülle, keine Kabel oder Ladegeräte. Auch Familienfotos haben in Ihrer Immobilie nichts zu suchen. Alle Decken sollten gefaltet, Kissen gerichtet und Möbel gerade gerückt sein – und das gilt für alle Räume Ihres Hauses.

Räumen Sie in der Küche Spülmittel, Putzlappen, Töpfe und Lebensmittel weg. Im Bad dürfen keine Deos, Shampoos und Dosen herumstehen. Handtücher und Fußmatten sind nur erlaubt, wenn sie farblich abgestimmt und perfekt gefaltet sind. Absolut tabu: Klobürste und Toilettenpapier. Noch ein Tipp: bei der Aufnahme des Badezimmers schliessen Sie vor dem Druck auf den Auslöser den Klodeckel. So sieht der Sanitärraum gleich eine Spur ästhetischer aus.

Menschen und Haustiere haben auf einem Immobilienfoto nichts verloren, da der menschliche Blick auf Lebewesen konditioniert ist. Der Blick des Betrachters würde unweigerlich vom angeworbenen Produkt, Ihrer Immobilie, abgelenkt werden.

Homestaging
Grundsätzlich gilt, dass die Immobilie beim Besichtigungstermin sauber, aufgeräumt und gut in Schuss sein sollte. Fleckige Teppiche, vergilbte Vorhänge oder alte Tapeten wirken ungepflegt und schrecken Interessenten leicht ab. Daher: Aufräumen, Putzen und Entrümpeln. Herumliegende Sachen wie Kinderspielzeug oder Zeitschriften besser ebenfalls aus dem Blickfeld beseitigen. Zu viele persönliche Gegenstände versperren den Blick aus Wesentliche. Fotos und Nippes wegräumen oder auf ein Minimum reduzieren, denn der Interessent soll sich vorstellen können, zukünftig in der Immobilie zu leben.

Zugestellte Räume wirken schnell klein und dunkel. Daher Platz schaffen, Vorhänge aufziehen, dunkle Gardinen durch transparente Vorhänge ersetzen und gegebenenfalls mit Lichtakzenten dunkle Ecken ausleuchten.

Maßnahmen bei unbewohnten Immobilien
Die Stärken des Home-Stagings kommen besonders bei leerstehenden Immobilien zum Tragen. Diese wirken oft kalt und unwohnlich und viele Interessenten können sich die leeren Räume und deren Wirkung ohne Einrichtung schwer vorstellen. Auch die Raumdimensionen können nicht so leicht eingeschätzt werden, wenn die Möbel fehlen.

Übungsbeispiele eines Workshops an der bwgv-Akademie in Stuttgart-Hohenheim

Galerie

Diese Galerie enthält 15 Fotos.

ImmoWorkshop – Professionelle Objekt-Fotografie am 24. Juli 2012   Eine Sammlung kommentierter Übungsbeispiele von Außen- / Innenaufnahmen zeigt beispielhaft die vermittelten Seminarinhalte anhand der praxisnahen Übungen. Mit einem Mausklick auf das Galeriebild gelangen Sie zu der größeren Ansicht bzw. Kommentierung.

ImmoWorkshop – Professionelle Objektfotografie

Hervorgehoben

Seminarangebot

Fotos spielen in der Immobilienberatung eine wichtige Rolle. Fotos sind nicht nur das erste, was ein Käufer oder Mieter von einer Immobilie sieht. Auch Verkäufer und Vermieter suchen sich Makler aus, die ihr Objekt möglichst professionell vermarkten.

Hochwertige, aussagekräftige Fotos sind ein Muss für die Immobilienberatung und werten Exposés, Web-Seiten und Anzeigen auf.

Doch nicht jedes Objekt bietet – sei es innen oder außen – ideale Rahmenbedingungen für perfekte Fotos. Hier ist Kreativität gefragt, aber auch handwerkliches Können beim Umgang mit der Digitalkamera und der Beleuchtungssituation.

Als erfahrener Makler, versierter Fotograf und Dozent an der Volkshochschule biete ich ein Alleinstellungsmerkmal und damit ideale, bedarfsgerechte Voraussetzungen für praxisnahe Workshops in der Objektfotografie.

In nur einem Tag erfahren Sie, Ihr Vertriebsteam oder ihre Seminarkunden kompakt die wesentlichen Regeln der Immobilienfotografie. Ausgerüstet mit der eigenen Digitalkamera und unterstützt durch die Tipps und Tricks des Experten werden Innen- und Außenaufnahmen geübt.

Fotografiert wird in und um die Räumlichkeiten des jeweiligen Seminargebäudes. Wenn Sie oder Ihre Kunden die Möglichkeit nutzen möchten, mit eigenen Bestandsobjekten zu trainieren, biete ich selbstverständlich die Möglichkeit von Inhouse-Veranstaltungen vor Ort.

PDF-Dokument:
Seminarbeschreibung

Ich bin überzeugt, dass meines ImmoWorkshop “Professionelle Objektfotografie” auf das große Interesse von Ihnen oder Ihren Kunden stösst. Im Sommer 2011 waren die fünf geplanten Veranstaltungstermine an der baden-württembergischen Sparkassenakademie nicht nur sehr schnell ausgebucht, sie wurden noch im zweiten Halbjahr durch Inhouse-Seminare bei etlichen Sparkassen bzw. deren Immobiliengesellschaften und der Landesbausparkasse Baden-Württemberg ergänzt.

Einen Seminartag in 2012 kalkuliere ich mit einem Pauschalhonorar von 900 Euro netto. Damit ist die Kalkulation auch für Inhouse-Seminare bei kleineren Vertriebseinheiten darstellbar. Gerade bei diesen Seminaren habe ich bislang die besten Erfahrungen gemacht. Hinzu kommt lediglich der übliche Reisekostenersatz. Die Druckerstellung der Teilnehmerunterlagen kann ich ggf. übernehmen, die Kosten dafür sind im Pauschal-honorar nicht enthalten.

Über eine Zusammenarbeit mit Ihnen würde ich mich freuen.

Aufgabenstellung Innenaufnahmen

An dieser aktuellen Aufnahme (öffentliche Veranstaltung im Bürgerhaus Unterweissach) wird die anspruchsvolle Aufgabe von Innenaufnahmen an mehreren Aspekten direkt sichtbar.

Komplexe Aufgabenstellung für den Fotografen: Innenaufnahme (Bild anklicken)

  • Belichtung
    Das vorhandene Licht in Innenräumen reicht selten aus, ausreichende Lichtmengen auf den Kamerasensor zu bringen. Der kamerainterne Miniblitz ist unbedingt zu deaktivieren, auch die Lichtleistung eines externer Systemblitzes (ca. 40 W./Sek. beim NIKON SB-900) verpufft geradezu in großen Räumen. In Ausnahmefällen hilft es, den Blitz gegen die hoffentlich weisse Decke zu richten.Kompaktkameras ohne Blitzzubehörschuh bieten diese Möglichkeit nicht. Aber selbst die sogenannten Vollformat-DSLR mit ihren 24x36mm großen Sensorflächen kommen hier an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.

    Lichtmenge ist das summenmäßige Ergebnis aus Blende (Größe der Objektivöffnung) und Dauer der Belichtung (Belichtungszeit). Jeder Kamerasensor benötigt zur Erzeugung eines technisch optimal belichteten Bildes eine ausreichende Menge Licht. Die Lichtempfindlichkeit kann durch elektronische Verstärkung (ISO-Einstellung) angehoben werden, im Ergebnis wird die Bildqualität dadurch negativ beeinflusst (Dynamik, Rauschen).

    Hier wurde die Empfindlichkeit des Sensors auf 1.600 ISO “gepusht”. Um mit Blende 8 (großer Tiefenschärfenbereich) arbeiten zu können, ging ich bei der Belichtungs- zeit auf 1/30 Sekunde. Abgesehen von der Verwacklungsgefahr für bewegungs-dynamische Motive nicht zu empfehlen.

  • Motivkontrast
    Unser Auge gaukelt uns unproblematische Lichtverhältnisse vor. Nachdem es sich an die herrschende Lichtverhältnisse gewöhnt hat, wird das grelle Außenlicht nicht mehr wahrgenommen – wir sehen subjektiv. An dem obigen Bildbeispiel sehen Sie, dass der Motivkontrast den Dynamikumfang (Blendenwerte) des Kamerasensors übersteigt.

    Die hellen Fensterflächen kommen sehr hell, verblassen, sind “ausgefressen”. Ohne Tricks (Mehrfachbelichtung) oder intensive Nachbearbeitung mit Photoshop & Co. kann das Problem des zu großen Motivkontrasts nicht gelöst werden. Entscheiden muss sich deshalb der Fotograf, auf was er belichtet. Mit der Belichtungskorrektur der Kamera kann er “gegensteuern”.

    Diese Innenraumaufnahme dagegen konnte ohne Lichtprobleme erstellt werden.

    Stadtbibliothek Stuttgart: Ideale Ausleuchtung und moderater Motivkontrast

  • Weissabgleich
    In Innenräumen dominiert die Lichtfärbung künstlicher Lichtquellen und großflächiger Reflektionsflächen (Wände, Decken, Fußbodenbeläge, Vorhänge, etc.). Direktes Tageslicht, das durch die Fenster fällt, sorgt für Mischlicht. Für den Fotografen eine relativ komplexe Situation, da er selbst mit einem manuellen Weissabgleich nur punktuell für eine neutrale Farbwiedergabe sorgen kann.
  • Bildschärfe
    Als Folge der spärlichen Lichtversorgung (s. oben) bewegen wir uns belichtungstechnisch im Grenzbereich. Wichtig ist eine Arbeitsblende, die einen möglichst großen Schärfentiefenbereich gewährlistet.Bewegungsunschärfe können wir vermeiden, wenn wir unsere Kompaktkamera mittels Stativgewinde (am Kameraboden) und einem Klemm-/Tischstativ ausreichend fixieren. Ausgelöst wird sicherheitshalber über den Selbstauslöser, dann wackelt garantiert nichts. In manchem kleinen Badezimmer kann so aus der Badewannenecke noch eine raumfüllende Innenansicht gezaubert werden.
  • Perspektive
    Die Problematik der stürzenden Linien finden wir hier ebenfalls, besonders wenn wir im Extremweitwinkelbereich die Kamera neigen.Raumwirkung erzeugen wir mit einem zweidimensionalen Bild durch die Staffelung vom bildwirksamen Vordergrund in die Tiefe des Raumes. Die Nutzung der Raumdiagonalen verstärkt diesen Effekt.Die Höhe der Kamera sollte sich an der menschlichen Perspektive (in Augenhöhe) orientieren. Um eine unerwünschte Neigung der Kamera zu vermeiden, ist es unter Umständen sinnvoll, die Kamera auf der halben Raumhöhe zu positionieren. Bei einer Deckenhöhe von ca. 250cm ergibt sich also eine Aufnahmehöhe von 125cm.  Verzeichnungen durch das Objektiv sind so minimal.
  • Schnitt
    Bei Innenansichten verhält es sich wie mit den Außenansichten. So oder so – selten planen Architekten ihre Wohnobjekte so, dass sie das Höhen-/Seitenverhältnis unserer Kameras und Bildschirme optimal ausfüllen.Gelingt es zumindest bei Aussenansichten, das gesamte Objekt mit der Kamera zu erfassen – eine Innenraum-Rundumsicht mit 360 Grad schaffen nur spezielle Panoramakameras. Das ist aber bei Wohnobjekten auch nicht nötig, wir fassen funktionale Einheiten (Esstisch, Sitzgruppe, Kaminecke, Waschtischgarnituren, Kochbereich, etc.) zusammen.

Autor:
Michael Kurz