Luftbildfotografie

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Wir gehen für Sie auch in die Luft!

Beispielaufnahmen (Kundenauftrag)

Für Premiumobjekte oder Industrieareale taugt das klassische Standbildverfahren mit einer Kamera kaum, um

- die Wertigkeit und Größe des Grundstücks,
- die Lage und Umgebungsbebauung
- den gesamten Baukörper

auf einer Aufnahme darzustellen.

Hier bietet die Luftbildfotografie mit einem Foto-Multikopter die ideale Möglichkeit.

Hier ein aktuelles Beispiel (Immobilienportal):

https://www.immowelt.de/expose/2AVXC48

Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind unbedingt zu beachten, sonst könnte es Ärger geben.

Fragen dazu?

www.maklerfotografie.de
Fotografie für erfolgreiches Immobilienmarketing
Michael Kurz

Phone: +49 175 9309024
Mail: immobilienfotografie@t-online.de

Belichtung (Belichtungsdreieck)

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Die Belichtung (Auszug aus NPhoto 6/2015)

Unzählige Wege führen zu einer korrekten Belichtung.
Jeder davon lässt das Bild ein wenig anders aussehen.

Das Schöne an der Belichtung ist, dass sie nur von drei Größen abhängt: der Blende, der Verschlusszeit und der Empfindlichkeit (ISO).

Alle drei beeinflussen das Aussehen des fertigen Bilds. Bei der Wahl der ISO-Zahl haben Sie nur wenig Freiraum. Der Wert sollte einfach nur so niedrig wie möglich sein, um unnötiges Bildrauschen zu verhindern.

Die Einstellung von Blende und Belichtungszeit hingegen liegt weitgehend in Ihrem eigenen Ermessen. Sie entscheiden darüber, ob das gesamte Motiv oder nur ein kleiner Bereich scharf dargestellt werden soll oder ob Sie eine Bewegung einfrieren oder verschwommen darstellen möchten.

Anspruchsvolle Innenaufnahmen

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“Ambiente”

Innenaufnahmen repräsentativer Bauten gehören zu den anspruchsvollsten Aufgaben für den Fotografen.

Licht gibt es nicht gerade im Überfluss, und wenn, dann an der falschen Stelle. Hier sind es z.B. die Fensteröffnungen nach Süden. Deshalb gilt es, nicht gerade die Fensterfront zum Hauptbestandteil des Bildes zu machen.

Die diagonale Perspektive in Verbindung mit einem ordentlichen Weitwinkelobjektiv (hier sind es kleinbildäquivalente 24mm) erfordert im Postprozess Korrekturen, damit alle senkrechten Linien des Bauwerks auch im Bild nicht kippen.

Schwierige Innenaufnahmen bei sonnigem Wetter

Hervorgehoben

Jeder Immobilienspezialist kennt das: Da hat man endlich mal ein lichtdurchflutetes Badezimmer, eine rustikal-gemütliche Essküche mit Blick in den Garten oder einen repräsentativen Wohnbereich mit schönem Ausblick auf die Nachbarschaft.

Wunderbar! Schade nur, dass die teuere Kamera es nicht schafft diese Wertigkeit bzw. Wohnqualität auch nur annähernd wiederzugeben.

Was ist der Grund?

Ganz enfach – drin und draußen herrschen bei sonnigem Wetter total unterschiedliche Lichtverhältnisse. Diesen hohen Motivkontrast bekommt keine Kamera ohne Kompromiss in den Griff. Entweder stimmt die Belichtung der Innenräume und Fensterflächen sind total überbelichtet. Oder der Blick in den Garten ist optimal gestaltet, dafür säuft der Innenraum zu einem dunklen Loch ab. Was tun?

Es gibt zwei völlig unterschiedliche Möglichkeiten, diesen Motivkontrast zu bewältigen.

Mit fixierter Kamera und Fotoaufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung kann ein erfahrener Fotograf die Bilder in der Nachbearbeitung am Computer in zwei Ebenen übereinanderlegen.

Die zweite Methode klapppt ohne zeitaufwendige Nachbearbeitung und auch nur mit einer Aufnahme. Dafür brauchen sie nur eine Kamera mit einem genormeten Blitzzubehörschuh (ISO) und

- zwei fernsteuerbare Blitzgeräte (jeweils ca. 60 Euro) und
- den dazugehörigen Sender (ca. 22 Euro).

Mit der Kamera arbeiten Sie im manuellen Modus, stellen Blende und Verschlusszeit ein.
Im erste Schritt fixieren Sie die Belichtungszeit auf 1/125 Sek. und wählen dazu die passende Arbeitsblende. Bis der Blick hinaus ins Freie perfekt belichtet ist. Wichtig – jetzt nichts mehr an der Belichtungseinstellung an der Kamera ändern.

Jetzt platzieren sie im zweiten Schritt die Blitzgeräte so im Raum, dass sie selbst nicht zu sehen sind, das Licht aber optimal über Decke und Wände verteilen. Die Lichtintensität ist leicht an den Blitzgeräten einzustellen. Dann den Sender auf die Kamera stecken und es kann los gehen.

Und wer es ganz perfekt und bequem haben möchte, der kauft statt des einfachen Senders für ca. 35,– Euro einen Controller dazu. Dieser ermöglicht es, von der Kamera aus die Blitzgeräte zu regeln.

Alles klar?
:-)

Ich wünsche Ihnen schöne Bilder.
Michael Kurz

Bezugsquellen:

Blitzgerät:
http://www.amazon.de/Yongnuo-OS02037-Systemblitz-integriertem-Funkausl%C3%B6ser/dp/B00BBW8OQ8/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1423326651&sr=8-1&keywords=Yongnuo+560+III

Funk-/Blitzauslöser:
http://www.amazon.de/Yongnuo-RF-602-Funkausl%C3%B6ser-Blitzausl%C3%B6ser-Nikon/dp/B004RXS9DQ/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1423326695&sr=8-1&keywords=rf602+yongnuo

alternativ der passende Auslöser und Controller:
http://www.amazon.de/Yongnuo-Controller-Oberbefehlshaber-Speedlite-DSLR-Kameras/dp/B00MA77KI6/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1423326778&sr=8-1&keywords=yongnuo+controller

 

Tipps für bessere Immobilienfotos

Hervorgehoben

Auf das Licht kommt es an
Achten Sie auf das Wetter und denken Sie immer daran, dass das fotografierte Immobilienobjekt beim Interessenten einen positiven Gesamteindruck hinterlassen soll.
Ein wolkenverhangener Himmel, strömender Regen oder eine mit Schnee bedeckte Terrasse trüben diesen Eindruck etwas und die Aufnahme sollte zu einem anderen Zeitpunkt gemacht werden.

Gegenlicht (links) und Seitenlicht (rechts)

Die beste Zeit für Immobilienaufnahmen ist vom Sonnenstand abhängig.
Steht die Sonne zu tief, fällt das Sonnenlicht bei Innenaufnahmen zu flach durch die Raumöffnungen und es kann zu überstrahlten Fenstern kommen.

Schalten Sie auch tagsüber alle Lampen im Objekt an. Auf frontales Blitzlicht dagegen sollten Sie möglichst verzichten (s.u.).

Vermeiden Sie zu dunkle Fotos. In der Produktfotografie verhindern unterbelichtete Fotos einen positiven Gesamteindruck.

Um die richtige Belichtung zu finden, richten Sie die Kamera auf einen Punkt im Raum mit mittlerer Helligkeit und speichern diese Belichtungswerte. Wollen Sie die Aussicht mit auf dem Bild haben, richten Sie sich bei der Belichtung am besten nach den Fenstern. In der Nachbereitung müssen Sie diese dann isolieren und den Raum nachträglich aufhellen.

Vermeiden Sie die Verwendung von Blitzlicht
Geblitzte Fotos sehen immer etwas unansehnlich aus. Der Vordergrund ist durch den Blitz überstrahlt, während weiter entfernte Bereiche immer mehr in der Dunkelheit verschwinden.

Durch frontales Blitzlicht kommt es zu unerwünschte Reflexionen von glänzenden Oberflächen. Verwenden Sie besser das schon vorhandene Licht, das lässt die Aufnahmen viel natürlicher wirken. Öffnen Sie vor der Aufnahme alle Vorhänge und Jalousien, schalten Sie alle vorhandenen Beleuchtungen ein.

Innenaufnahmen – fotografieren Sie den Raum, nicht den Inhalt
Niemand hat eine Vorstellung vom Raum, wenn nur eine Wand auf dem Foto sichtbar ist. Versuchen Sie immer zwei oder besser drei Wände auf dem Foto unterzubringen. Wichtig für den Raumeindruck sind auch Raumöffnungen wie Türen und Fenster oder architektonische Besonderheiten.

Foto: Roland Waidmann

 

Viele Immobilienfotos im Internet haben Gegenstände als Hauptmotiv, welche bei einer Übergabe an den neuen Besitzer/Mieter gar nicht mehr vorhanden sein oder gleich nach Einzug entsorgt werden: ein schöner Schrank, die Leder-Sitzgruppe u.a..

Der Interessent will aber nur nur über die Beschaffenheit des Raumes etwas wissen, wie die Gesamtarchitektur des Objektes angelegt ist. Er will z.B. wissen, in welchem Licht erstrahlt das Esszimmer, in dem er morgens sein Frühstück einnehmen wird oder könnte er sich in seinem zukünftigen Arbeitszimmer beengt vorkommen?

Konzentrieren Sie sich bei Ihren Aufnahmen auf die Architektur und lassen Sie sich nicht vom Inhalt ablenken! Machen Sie sich darüber Gedanken, welcher Bildausschnitt einem Interessenten am ehesten ansprechen könnte.

Wenn Sie aus der Zimmerecke fotografieren, wirkt der Raum größer.

Im Bad geht es eng zu, oft liegen Waschtisch, Dusche oder Badewanne direkt hinter der geöffneten Tür. Dann hilft es nur, die Türe auszuhängen.

Wenn die Türe stört wird sie ausgehängt (Foto: Roland Waidmann)

Außenaufnahmen – bei Häusern die wichtigsten
Die Außenaufnahmen bei Einfamilienhäusern gehören zu den Fotos, welche den Betrachter auch emotional ansprechen.

Fotografieren Sie die Garten-/Terrassen-/Balkonmöbel samt Kissen und Tischdecke. Lassen Sie auch den Sonnenschirm oder die Markise aufgespannt. Gartenschläuche, Gießkannen und andere Geräte hingegen haben auf dem Foto nichts zu suchen.

Hecken und Rasen sollten für die Verkaufspräsentation perfekt getrimmt sein.

Die Kameraausrüstung
Verwenden Sie eine hochwertige Kamera. Eine Digitalkamera besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten, welche ein gutes Bild ausmachen:

  • das Objektiv,
  • der Bildsensor und
  • die Elektronik.

Nur wenn diese Teile perfekt miteinander zusammenarbeiten und von hoher Qualität sind, erhalten Sie Fotos, welche auch für den Betrachter ansprechend sind.

Vergessen Sie die Bewerbung von hoher Megapixel-Anzahl, viel wichtiger ist die Größe des Bildsensors. Je größer der Bildsensor, desto mehr Licht kann dieser einfangen. Ein großer Sensor kann besser mit einer schlechten Beleuchtung (der Normalfall in Innenräumen) umgehen und auch das Bildrauschen ist weniger stark.

Verwenden Sie eine Kamera mit lichtstarkem Weitwinkel-Objektiv
Kommt Ihnen diese Situation bekannt vor? Sie versuchen einen kleinen Raum zu fotografieren, doch wie Sie es auch drehen und wenden, Sie bekommen nur das Fenster oder eine Raumecke in das Bild. Für den Immobilieninteressenten ist so eine Aufnahme wertlos, er kann aufgrund dieses Fotos kein Raumgefühl entwickeln. Wahrscheinlich wendet er sich einem anderen Angebot zu, welches ein besseres Raumgefühl vermittelt, denn er will Zeit bei der Besichtigung von Immobilien sparen.

Mit einem Weitwinkel-Objektiv erhalten Sie einen viel größeren Bildwinkel.

Vertikale Linien müssen parallel sein
Wenn die Kamera nicht genau gerade gehalten wird entstehen stürzende Linien. So bezeichnet man senkrechte Innen-/Außenkanten, welche auf dem Foto aussehen als würden Sie nach oben oder nach unten hin zusammen laufen. Der Betrachter des Fotos merkt unbewusst, dass etwas an der Aufnahme nicht stimmen kann und wird von der eigentlichen Bildaussage abgelenkt.

Halten Sie die Kamera waagrecht
Sie kennen sicher diesen Effekt: der See, der rechts aus dem Bild ausläuft. Die Kamera wurde nicht horizontal waagrecht gehalten, und die Aufmerksamkeit des Betrachters wird nur noch auf diesen Aufnahmefehler gelenkt. Vermeiden lässt sich dieser Fehler durch durch die Einblendung von Gitterlinien auf dem Display der Kamera.

Bei zentralen Perspektiven müssen Sie die Kamera exakt waagrecht halten. Orientieren Sie sich dabei an waagrechten Linien (Möbelkanten, Fliesenfugen, etc.)

Achten Sie auf die richtigen Farben
Der automatische Weißabgleich der meisten Kameras arbeitet ganz ordentlich und sorgt dafür, dass ein weißes Blatt Papier auch auf dem Foto weiß bleibt. Egal, ob die Lichtquelle von Leuchtstoffröhren, Glühlampen oder von einem strahlendem Himmel kommt.

Problematisches Mischlicht für den Weissabgleich der Kamera (Foto: Roland Waidmann)

Schwierig wird es für die Kamera erst, wenn unterschiedliche Beleuchtungsarten in einem Foto vorkommen, z.B. Tageslicht aus dem Fenster bei gleichzeitigem Glühlampenlicht aus der Deckenlampe. In solchen Situationen kommt es leicht zu Farbverschiebungen, welche nur manuell ausgeglichen werden können. Kontrollieren Sie daher vor der Aufnahme im Display, ob die Farben stimmig sind und ändern Sie den Weißabgleich.

Achten Sie auf vom Inhalt ablenkende Details
Am Anfang des Shootings für den Hausverkauf steht die Aufräumarbeit. Auch wenn Sie meinen, der Zeitungsstapel auf dem Couchtisch strahle Gemütlichkeit aus: Weg damit! Nichts sollte beim Fotografieren herumliegen.
Keine Fernbedienung, keine Arzneischachtel oder CD-Hülle, keine Kabel oder Ladegeräte. Auch Familienfotos haben in Ihrer Immobilie nichts zu suchen. Alle Decken sollten gefaltet, Kissen gerichtet und Möbel gerade gerückt sein – und das gilt für alle Räume Ihres Hauses.

Räumen Sie in der Küche Spülmittel, Putzlappen, Töpfe und Lebensmittel weg. Im Bad dürfen keine Deos, Shampoos und Dosen herumstehen. Handtücher und Fußmatten sind nur erlaubt, wenn sie farblich abgestimmt und perfekt gefaltet sind. Absolut tabu: Klobürste und Toilettenpapier. Noch ein Tipp: bei der Aufnahme des Badezimmers schliessen Sie vor dem Druck auf den Auslöser den Klodeckel. So sieht der Sanitärraum gleich eine Spur ästhetischer aus.

Menschen und Haustiere haben auf einem Immobilienfoto nichts verloren, da der menschliche Blick auf Lebewesen konditioniert ist. Der Blick des Betrachters würde unweigerlich vom angeworbenen Produkt, Ihrer Immobilie, abgelenkt werden.

Homestaging
Grundsätzlich gilt, dass die Immobilie beim Besichtigungstermin sauber, aufgeräumt und gut in Schuss sein sollte. Fleckige Teppiche, vergilbte Vorhänge oder alte Tapeten wirken ungepflegt und schrecken Interessenten leicht ab. Daher: Aufräumen, Putzen und Entrümpeln. Herumliegende Sachen wie Kinderspielzeug oder Zeitschriften besser ebenfalls aus dem Blickfeld beseitigen. Zu viele persönliche Gegenstände versperren den Blick aus Wesentliche. Fotos und Nippes wegräumen oder auf ein Minimum reduzieren, denn der Interessent soll sich vorstellen können, zukünftig in der Immobilie zu leben.

Zugestellte Räume wirken schnell klein und dunkel. Daher Platz schaffen, Vorhänge aufziehen, dunkle Gardinen durch transparente Vorhänge ersetzen und gegebenenfalls mit Lichtakzenten dunkle Ecken ausleuchten.

Maßnahmen bei unbewohnten Immobilien
Die Stärken des Home-Stagings kommen besonders bei leerstehenden Immobilien zum Tragen. Diese wirken oft kalt und unwohnlich und viele Interessenten können sich die leeren Räume und deren Wirkung ohne Einrichtung schwer vorstellen. Auch die Raumdimensionen können nicht so leicht eingeschätzt werden, wenn die Möbel fehlen.

Übungsbeispiele eines Workshops an der bwgv-Akademie in Stuttgart-Hohenheim

Galerie

Diese Galerie enthält 15 Fotos.

ImmoWorkshop – Professionelle Objekt-Fotografie am 24. Juli 2012   Eine Sammlung kommentierter Übungsbeispiele von Außen- / Innenaufnahmen zeigt beispielhaft die vermittelten Seminarinhalte anhand der praxisnahen Übungen. Mit einem Mausklick auf das Galeriebild gelangen Sie zu der größeren Ansicht bzw. Kommentierung.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Wahrnehmung von Licht:
Wenn wir „Licht sehen“ – was sehen wir tatsächlich?
Sehen wir Licht?
In diesem kleinen Exkurs für Fotografinnen und Fotografen möchte ich versuchen, das Verständnis für ein wesentliches Element in der Fotografie zu wecken oder auch nur neu zu beleben.

Schließen Sie die Augen, was sehen Sie? Relativ wenig, nehme ich an. Dem Sensor in der Kamera geht es ebenso – ohne Licht ist es unmöglich, ein Bild zu erzeugen.

Und wenn wir (mit Hilfe des Lichts) sehen können, was sehen wir? Blicken Sie in die Sonne, in den Reflektor einer Taschenlampe, auf den gleissend hellen Glühfaden einer konventionellen Glühbirne – zumindest unangenehm, oder?

Wenn Ihnen das auf der Autobahn passiert, sind sie mit großer Wahrscheinlichkeit als Geisterfahrer unterwegs.

Bis auf wenige Ausnahmen fotografieren wir keine “aktiven” Lichtquellen:

  • Sonnenauf-/untergänge
  • Nachtaufnahmen
  • Rummelplätze
Das, was wir sehen – oder auf “den Kamerasensor bannen” sind Körper, die mehr oder weniger Licht reflektieren. Je nach vorhandener Lichtintensität und Lichtrichtung.
Hier einige Beispiele:
Stark vereinfacht können wir differenzieren und ein bißchen Ordnung in den “Lichtschrank” mit seinen Schubladen bringen:
  1. Größe der Lichtquelle
    Natürliche Lichtquelle ist die Sonne, absolut betrachtet in unermesslichen Dimensionen – also eigentlich riesig groß. Durch die Entfernung zur Erde wird sie zur punktförmigen Lichtquelle. Punktförmige Lichtquellen bewirken eine harte, kontrastreiche Ausleuchtung und verursachen extreme Schattenbildungen.

    Gleichzeitig wird die Sonne hinter bedecktem Himmel zur fast unendlich großen Lichtquelle. Eine großflächige Lichtquelle produziert sogenanntes Streulicht (durch Diffusion oder Reflexion verursacht). Streulicht produziert kaum Schatten,  Aufnahmen werden kontrastarm, Farben werden entsättigt.

  2. Einfallsrichtung des Lichts
    Aus Sicht des Fotografen bzw. der Kamera kann das Licht aus mehreren Richtungen auf das Motiv fallen. Je kleiner die Lichtquelle ist, um so mehr werden die Licht- /Schatteneffekte verstärkt.
Die Einfallsrichtung des Lichts entscheidet über die Motivreflexion:

Frontallicht

  • Schatten laufen von der Kamera weg
  • Schatten sind mit zunehmender Höhe der Lichtquelle kürzer
  • Schatten sind z.Teil nicht sichtbar, deshalb nicht bildwirksam
  • Trotz deutlicher Ausleuchtung keine räumliche Tiefe
  • Im Fernbereich können detailreiche Strukturen erfasst werden
  • Geeignet für Aufnahmen mit informellem Charakter
  • Im Nahbereich für sachliche Aufnahmen geeignet (Bauwerke, Denkmäler, Tiere- und Personenaufnahmen)
  • Farben werden unverfälscht und kräftig reflektiert
  • Steillicht ist für Portraits nicht geeignet
Seitenlicht
  • Kommt von links, rechts, oben oder unten
  • Moduliert durch Schattenbildung am stärksten
  • Motivkontrast ist groß
  • Feine Details werden durch Abschattung verborgen
  • Beliebtes Licht für Personenaufnahmen (Akt- / Beauty- / Portraitlicht)
  • Schatten im Nahbereich werden extrem bildwirksam
Gegenlicht

  • Licht strahlt dem Objektiv der Kamera entgegen
  • Lichtsäume umgeben Objekte, wirkungsvoll besonders vor dunklem Hintergrund
  • Verleiht dem Motiv Kontrast und Leuchtkraft
  • Teiltransparente Objekte werden durchleuchtet
  • Landschaftsaufnahmen erhalten Struktur und Gliederung
  • Wolkenformationen erstrahlen in der Sonne
  • Schnee- / Wasserflächen gewinnen volle Leuchtkraft
  • Reizvolles Licht für Portrait- / Personenfotografie
  • Bewegtes Wasser wird lebendig
  • Im Nahbereich nur für teiltransparente Objekte
  • Motivkontrast muss durch Belichtungskorrektur bewältigt werden
  • Gefahr, dass Lichtstrahlen auf das Objektiv fallen

Fortsetzung folgt

Michael Kurz
26.6.2012

Aufgabenstellung Innenaufnahmen

An dieser aktuellen Aufnahme (öffentliche Veranstaltung im Bürgerhaus Unterweissach) wird die anspruchsvolle Aufgabe von Innenaufnahmen an mehreren Aspekten direkt sichtbar.

Komplexe Aufgabenstellung für den Fotografen: Innenaufnahme (Bild anklicken)

  • Belichtung
    Das vorhandene Licht in Innenräumen reicht selten aus, ausreichende Lichtmengen auf den Kamerasensor zu bringen. Der kamerainterne Miniblitz ist unbedingt zu deaktivieren, auch die Lichtleistung eines externer Systemblitzes (ca. 40 W./Sek. beim NIKON SB-900) verpufft geradezu in großen Räumen. In Ausnahmefällen hilft es, den Blitz gegen die hoffentlich weisse Decke zu richten.Kompaktkameras ohne Blitzzubehörschuh bieten diese Möglichkeit nicht. Aber selbst die sogenannten Vollformat-DSLR mit ihren 24x36mm großen Sensorflächen kommen hier an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.

    Lichtmenge ist das summenmäßige Ergebnis aus Blende (Größe der Objektivöffnung) und Dauer der Belichtung (Belichtungszeit). Jeder Kamerasensor benötigt zur Erzeugung eines technisch optimal belichteten Bildes eine ausreichende Menge Licht. Die Lichtempfindlichkeit kann durch elektronische Verstärkung (ISO-Einstellung) angehoben werden, im Ergebnis wird die Bildqualität dadurch negativ beeinflusst (Dynamik, Rauschen).

    Hier wurde die Empfindlichkeit des Sensors auf 1.600 ISO “gepusht”. Um mit Blende 8 (großer Tiefenschärfenbereich) arbeiten zu können, ging ich bei der Belichtungs- zeit auf 1/30 Sekunde. Abgesehen von der Verwacklungsgefahr für bewegungs-dynamische Motive nicht zu empfehlen.

  • Motivkontrast
    Unser Auge gaukelt uns unproblematische Lichtverhältnisse vor. Nachdem es sich an die herrschende Lichtverhältnisse gewöhnt hat, wird das grelle Außenlicht nicht mehr wahrgenommen – wir sehen subjektiv. An dem obigen Bildbeispiel sehen Sie, dass der Motivkontrast den Dynamikumfang (Blendenwerte) des Kamerasensors übersteigt.

    Die hellen Fensterflächen kommen sehr hell, verblassen, sind “ausgefressen”. Ohne Tricks (Mehrfachbelichtung) oder intensive Nachbearbeitung mit Photoshop & Co. kann das Problem des zu großen Motivkontrasts nicht gelöst werden. Entscheiden muss sich deshalb der Fotograf, auf was er belichtet. Mit der Belichtungskorrektur der Kamera kann er “gegensteuern”.

    Diese Innenraumaufnahme dagegen konnte ohne Lichtprobleme erstellt werden.

    Stadtbibliothek Stuttgart: Ideale Ausleuchtung und moderater Motivkontrast

  • Weissabgleich
    In Innenräumen dominiert die Lichtfärbung künstlicher Lichtquellen und großflächiger Reflektionsflächen (Wände, Decken, Fußbodenbeläge, Vorhänge, etc.). Direktes Tageslicht, das durch die Fenster fällt, sorgt für Mischlicht. Für den Fotografen eine relativ komplexe Situation, da er selbst mit einem manuellen Weissabgleich nur punktuell für eine neutrale Farbwiedergabe sorgen kann.
  • Bildschärfe
    Als Folge der spärlichen Lichtversorgung (s. oben) bewegen wir uns belichtungstechnisch im Grenzbereich. Wichtig ist eine Arbeitsblende, die einen möglichst großen Schärfentiefenbereich gewährlistet.Bewegungsunschärfe können wir vermeiden, wenn wir unsere Kompaktkamera mittels Stativgewinde (am Kameraboden) und einem Klemm-/Tischstativ ausreichend fixieren. Ausgelöst wird sicherheitshalber über den Selbstauslöser, dann wackelt garantiert nichts. In manchem kleinen Badezimmer kann so aus der Badewannenecke noch eine raumfüllende Innenansicht gezaubert werden.
  • Perspektive
    Die Problematik der stürzenden Linien finden wir hier ebenfalls, besonders wenn wir im Extremweitwinkelbereich die Kamera neigen.Raumwirkung erzeugen wir mit einem zweidimensionalen Bild durch die Staffelung vom bildwirksamen Vordergrund in die Tiefe des Raumes. Die Nutzung der Raumdiagonalen verstärkt diesen Effekt.Die Höhe der Kamera sollte sich an der menschlichen Perspektive (in Augenhöhe) orientieren. Um eine unerwünschte Neigung der Kamera zu vermeiden, ist es unter Umständen sinnvoll, die Kamera auf der halben Raumhöhe zu positionieren. Bei einer Deckenhöhe von ca. 250cm ergibt sich also eine Aufnahmehöhe von 125cm.  Verzeichnungen durch das Objektiv sind so minimal.
  • Schnitt
    Bei Innenansichten verhält es sich wie mit den Außenansichten. So oder so – selten planen Architekten ihre Wohnobjekte so, dass sie das Höhen-/Seitenverhältnis unserer Kameras und Bildschirme optimal ausfüllen.Gelingt es zumindest bei Aussenansichten, das gesamte Objekt mit der Kamera zu erfassen – eine Innenraum-Rundumsicht mit 360 Grad schaffen nur spezielle Panoramakameras. Das ist aber bei Wohnobjekten auch nicht nötig, wir fassen funktionale Einheiten (Esstisch, Sitzgruppe, Kaminecke, Waschtischgarnituren, Kochbereich, etc.) zusammen.

Autor:
Michael Kurz

 

Licht als Gestaltungselement

Seit drei Halbjahressemestern ist mein Kurs an der Volkshochschule ein Basiselement zum leicht verständlichen, nachvollziehbaren Umgang mit Licht.

Was sehen wir, wenn unser Auge (oder der Kamerasensor) Licht “sieht”?
Und welche Wirkung hat die Einfallsrichtung, die Tageszeit auf das Bildergebnis?
Warum sind Schatten bildwirksam?

PDF-Dokument:
Licht in der Fotografie